Neues Hosting für e-LIS, eprints in Library and Information Science

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Photo by hisperati Neues Hosting für e-LIS, eprints in Library and Information Science

Imma Subirats gab letzte Woche über die Global Open Access List bekannt, dass der Dienst e-LIS, eprints in Library and Information Science, seit kurzer Zeit von der Federico II Universität in Neapel ghostet wird. Aus Subirats Mail geht hervor, dass die Universität einschlägige Erfahrung mit dem Betrieb von (Open-Access-)Publikationsservern hat. Es besteht also Anlass zur Hoffnung, dass die Verfügbarkeitbarkeitsprobleme von e-LIS reduziert werden.


Welches Open Access Repository sollte man in der Bibliotheks- und Informationswissenschaft nutzen?

Bisher war ich fleißiger Nutzer des Repositorys eprints in Library & Information Science E-LIS, alle meine wissenschafltichen Artikel erscheinen Open Access und ein Gutteil davon findet sich auf besagtem Server. Nun allerdings suche ich eine Alternative.

Kürzlich machte ich via E-LIS einen Artikel im Open Access verfügbar und seit einigen Tagen gehen Nachrichten Interessierter bei mir ein, die mich um eine Zusendung der Open-Access-Version per Mail bitten, da der Server nicht erreichbar ist. Dieser Zustand hält nun schon seit mindestens drei Tagen an, ein Versuch der Kontaktaufnahme über Twitter blieb erfolglos.

Die Unerreichbarkeit des Servers ist genauso unerfreulich wie die Änderung der URLs zu E-LIS-Volltexten vor einigen Jahren. Beides widerspricht den Geboten der Referenzierbarkeit und Persistenz elektronischer Publikationen. Die Änderung der URLs machte neben Ärger auch Arbeit, da ich viele Referenzen in meiner Literaturverwaltung und auch der eigenen Publikationsliste ändern musste. Auch Google Scholars Zitationszählung wurde durch diese URL-Änderungen torpediert, denn vorrübergehend wies der Dienst Zitate anderer Artikel meinen Publikationen zu: Offensichtlich waren meine Texte nun unter URLs zu finden, unter denen früher andere Texte abgelegt waren.

Ich schätze und würdige die Arbeit der E-LIS-Macher, suche aber nun Alternativen und bitte LeserInnen um Tipps. Ich sehe die Tendenz, Repositories mit DOI-Vergabe aufzurüsten, zwiespältig. Sinnvoll ist sie sicher bei Dokumenten, die gar nicht formal erscheinen (Graue Literatur) oder die beim formalen Erscheinen keine DOI erhalten. Erhalten Dokumente, die bei der formalen Publikation mit einer DOI versehen wurden, auf dem Repository eine zweite, sehe ich hingegen die Gefahr einer inkonsistenten Zitationszählung und Altmetrics-Ermittlung. Daher wäre tendenziell ein Repository ohne DOI-Vergabe nicht uninteressant.

Einstweilen habe ich den oben genannten Artikel wieder auf diesem Server veröffentlicht.

Übrigens macht der Verlag, in dem der besagte Text erschien, De Gruyter, es nicht so viel besser als E-LIS: Bislang löst die DOI des Artikels nicht auf.


Update 1: Ich teste nun mal das von Klaus Graf erwähnte The Idealis, https://theidealis.org/

Update 2, 19.03.2017: Klaus Graf griff die Diskussion auf und erwähnt diese Kandidaten:

  • Socarxiv: Ist mir fachlich nicht einschlägig genug für den genannten Artikel, für andere aber sicher.
  • HAL-SHS hatte ich nicht bedacht, jedoch ermuntert Herrn Grafs Einschätzung nicht gerade zur Nutzung.
  • Den in den Kommentaren genannten Vorschlag hcommons kritisiert Herr Graf, da es Probleme gibt, die bei der Registierung angegebene Mailadresse zu korrigieren. Ich meldete mich ohne Probleme an und lud meine Datei hoch, schön ist hier, dass die DOI der Verlagsversion und die der Repository-Version getrennt ausgegeben werden.
  • Schließlich ist noch infodata zu nennen, wo sich bereits einige meiner Publikationen finden. Das Repository ist sicher fachlich einschlägig, wirkt aber ausgesprochen spröde: Export bibliographischer Daten, Social-Media-Schnittstellen etc. sucht man vergebens.
  • Der BIB-Server ist ebenfalls einschlägig, sein Content aber nicht primär (informations)wissenschaftlich.

Noch drei weitere Nachträge:

  • Zenodo nutzte ich für den Artikel, dessen Publikation Anstoß der Suche nach einem geeigneten Repository war, aus zwei Gründen nicht: Zum einen weist Zendo die Publisher-DOI nicht so aus, wie es z.B. hcommons tut. Zum anderen erzwingt Zendo die Verfügbarmachung unter Lizenzen, die ich nur nutzen kann, wenn ich bislang allenfalls nicht-exklusive Rechte abgetreten habe. Daher scheint mit der Server für die Bereitstellung von Postprints / Preprints nur bedingt geeignet.
  • Ich warte seit Tagen auf  den Abschluss der Registrierung zu Theidealis.
  • E-LIS ist immer noch nicht erreichbar.

Update 3, 22.05.2017

Kürzlich wurde bekannt, dass e-LIS nun von einer anderen Einrichtung gehostet wird, mehr dazu hier.

Update 4, 03.03.2018
Die Nutzung von hcommons dürfte ein einmaliges Unterfangen bleiben, denn es war mir nicht möglich, auf diesem Server zwei Versionen des gleichen Dokuments zu publizieren.